Großstädte verzeichnen bei fast allen Objekttypen deutlich höhere Preisanstiege als die untersuchten Mittelstädte

„Die Corona-Pandemie hat die Nachfrage auf dem Wohnimmobilienmarkt nicht gebremst, sondern stark angetrieben und teilweise vom Miet- ins Eigentumssegment umgelenkt“, so Prof. Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts. „Deutlich „profitiert“ haben von den Auswirkungen der Pandemie nicht nur die Umlandgemeinden rund um die strukturstarken Groß- und Mittelstädte, sondern auch weiter entferntere Gemeinden, vorausgesetzt sie verfügen über eine gut ausgebaute Infrastruktur.“

Hier von einer „Stadtflucht“ auf Grund der Pandemie zu sprechen ist überzogen. Die Städte sind und bleiben auch zukünftig als Wohnort für viele Menschen sehr attraktiv. Aufgrund des kaum vorhandenen Angebotes und trotz Pandemie unaufhaltsam steigenden Miet- und Kaufpreisen, bleibt jedoch Haushalten mit einem Durchschnittseinkommen oft nichts anderes übrig, als auf die Rand- und Umlandgebiete oder – kombiniert mit umfassendem Homeoffice – in noch entferntere Bereiche auszuweichen. Damit zusammen hängt auch der Wunsch (und oft die Möglichkeit), sich auf dem Land mehr Wohnfläche leisten zu können.

Die größte Trendwende beim Thema Wohnen wurde infolge der Pandemie mit der Verlagerung des Arbeitsplatzes in die eigenen vier Wänden vollzogen. Was, angesichts von Corona, als gesundheitsschützende Maßnahme Anfang 2020 begann, hat sich inzwischen als fester Bestandteil in vielen Betrieben etabliert. Entsprechend entwickelt sich die Nachfrage nach Wohnraum aktuell dahingehend, dass ein Arbeitsplatz fest in das eigene Zuhause integriert wird.

Bayern
Im Herbst 2021 bewegt sich die Preisspirale in Bayern weiter nach oben; die Kaufpreise für Wohnimmobilien verzeichnen deutliche Zuwächse. „Die Corona-Pandemie hat somit zu keinen grundlegenden Veränderungen auf dem Kaufimmobilienmarkt geführt, zumindest zu keinen sinkenden Preisen,“ resümiert Prof. Stephan Kippes. „Im Gegenteil: die stark eingeschränkte Marktdynamik während des Lockdowns, kehrte in den darauffolgenden Monaten rasch zurück. Fehlende Immobilienangebote und eine sehr hohe Nachfrage prägen aktuell zunehmend die vielerorts prekäre Situation.“

Die höchsten Preiszunahmen der aktuellen Erhebung wiesen im bayerischen Durchschnitt neuerrichtete Eigentumswohnungen mit +6,3 % sowie Reihenmittelhäuser/Neubau mit +5,0 % auf.

Der Preisanstieg bei den Baugrundpreisen hat sich dagegen im Vergleich zu Frühjahr 2021 leicht abgeschwächt. Der Baugrund für freistehende Einfamilienhäuser verzeichnete im Herbst 2021 einen Zuwachs von +4,3 % (Frühjahr 2021: +4,4 %), Baugrund für Geschossbau verteuerte sich um +3,9 % (Frühjahr 2021: +5,0 %).

Im Marktsegment Häuser (Bestandsobjekte) kam es gegenüber der vorherigen Erhebung zu spürbaren Preisanstiegen: Einfamilienhäuser (+3,9 %), Reihenmittelhäuser (+4,3 %) und Doppelhaushälften (+4,0 %). Die Steigerungsraten bei neugebauten Häusern sind im Herbst 2021 etwas geringer ausgefallen als in der Vorperiode: Für Reihenmittelhäuser lag das Plus bei 5,0 %, für Doppelhaushälften bei 4,1 %.

Die Corona-Krise hat dem Preisauftrieb auf dem Immobilienmarkt in den untersuchten Städten wenig anhaben können, die Preise erklimmen immer neue Höhen. Dabei konnte beobachtet werden, dass die bayerischen Großstädte bei fast allen Objekttypen von höheren Preisanstiegen geprägt waren als die Mittelstädte.

Quelle: IVD

Realwert-Bayern

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