PressemeldungDas Marktforschungsinstitut des IVD Süd e.V. hat am 06.05.2021 auf einer Pressekonferenz den traditionellen Marktbericht „Wohnimmobilien Kauf-objekte Bayern Frühjahr 2021“ vorgelegt.

„Der Wunsch nach einem Eigenheim mit, soweit möglich, einem Gartenanteil oder Balkon entwickelt sich für viele in Zeiten der weiterhin andauernden Pandemie mit ihren massiv reduzierten Freizeit- und Kontaktmöglichkeiten zu einem zunehmend wichtigen Faktor bei Kauf- und Mietentscheidungen. Gleichzeitig wird bei derartigen Entscheidungen auch immer mehr darauf geachtet, ob die Wohnung auch Homeofficetauglich ist“, resümiert Prof. Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts.

Ein gewisser Teil der Stadtbewohner erwägt einen Umzug an den Stadtrand oder, soweit die Berufstätigkeit weitestgehend auf Homeoffice-Basis möglich ist, in entferntere Teile Bayerns. Soweit nur noch ein- oder zweimal pro Woche in das Büro gependelt werden muss, erscheinen größere Pendelradien als machbar. Allerdings sind derartige Umzugsentscheidungen, speziell wenn es z.B. Familien betrifft, komplex und brauchen Vorlaufzeit, so dass hier bis auf einzelne Ausnahmen noch keine Möbelwägen in entferntere Bereiche rollen. Inwieweit derartige Überlegungen letztendlich in die Realität umgesetzt werden, hängt naturgemäß von den finanziellen Möglichkeiten und den zukünftigen Homeoffice-Regelungen der jeweiligen Firmen ab. Die stagnierenden Einwohnerzahlen in den deutschen Großstädten zeigen schon einmal einen ersten Trend – der Sog in die Metropolen nimmt eine temporäre Auszeit.

„Die erneute Verteuerung der Wohnimmobilien, insbesondere in den Großstädten Bayerns, ist ebenfalls markant,“ so Prof. Stephan Kippes. „Viele Kaufinteressenten versuchen pandemiebedingte Einschränkungen mit einem Immobilienkauf abzumildern oder sehen Immobilienanlagen als interessantes Vehikel um Negativzins-konstellationen zu vermeiden.“

Bayern

In der gesamtbayerischen Betrachtung ermittelt das IVD-Institut im Frühjahr 2021 leicht gedämpfte Kaufpreisanstiege im Halbjahresvergleich, auch wenn diese immer noch als hoch einzustufen sind. Dies gilt für Grundstückspreise und auf fast alle Wohnimmobilien-Objekttypen bei mit Ausnahme von neuerrichteten Reihenmittelhäusern und Doppelhaushälften. Die Baugrundpreise für Mehrfamilienhäuser sind innerhalb der vergangenen sechs Monate um +5,0 %1 (Herbst 2020: +6,0 %) und für Einfamilienhäuser um +4,4 % (Herbst 2020: +8,0 %) gestiegen. Die Bestandsobjekte unter den Häusern zogen im Schnitt um +3,6 % (Herbst 2020: +5,6 %) an. Auch bei Eigentumswohnungen (Bestand und Neubau) sind leicht abgeflachte Zuwächse von nunmehr +4,0 % (Herbst 2020: +5,5 %) festzustellen. Neubauobjekte unter Reihenmittelhäusern und Doppelhaushälften verteuerten sich mit +5,5 % bzw. +5,2 % am stärksten. Noch vor einem halben Jahr wurden hier schwächere Anstiege von +3,2 % bzw. +4,9 % gemessen.

Trotz der andauernden pandemiebedingten Einschränkungen, der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der unsicheren Zukunftsaussichten wirkt der Wohnimmobilienmarkt in den meisten bayerischen Groß- und Mittelstädten al-les andere als angeschlagen. Während die Marktdynamik (Anzahl der Angebote, Besichtigungen, Nachfrage, Verträge) in den Lockdown-Monaten spürbar gedämpft war, so kehrt agiles Handeln am Markt in den restlichen Monaten rasch zurück. Nachdem in der jüngsten Vergangenheit die Preissteigerungen der bayerischen Mittelstädte zum Teil deutlich über denen der Großstädte lagen, kommt es bei der aktuellen Erhebung zu einer umgedrehten Beobachtung: In den Großstädten wer-den durchschnittlich höhere Teuerungsraten ermittelt.

München

Das schon gewohnt hohe Tempo der Preisanstiege in München lässt sich von der Pandemie nicht beirren. Im Frühjahr 2021 wurden durchschnittliche halbjährliche Anstiegsraten bei den Bodenpreisen für Einfamilienhäuser von + 5,4 % und für Mehrfamilienhäuser von + 4,1 % ermittelt. Die Preiszuwächse für Immobilienobjekte im Halbjahresvergleich bewegen sich zwischen +5,7 % (Reihenmittelhäuser/Bestand) und +1,8 % (Doppelhaushälften/Neubau). Starke Anstiege erfahren ebenfalls freistehende Einfamilienhäuser mit +5,3 % und Reihenmittelhäuser/Neubau mit +5,0 %. Der Preisauftrieb hat sich im Vergleich zum Herbst 2020, insbesondere für Doppel-haushälften, Eigentumswohnungen und Grundstücke für Geschossbau, verlangsamt.

Je länger die Pandemie andauert, desto spürbarer werden die sich wandelnden Anforderungen seitens der Kaufinteressenten an eine Immobilie. Kaufimmobilien mit Terrasse/Garten werden wesentlich stärker nachgefragt und haben dementsprechend eine kürzere Vermarktungszeit. Problematische Objekte, die sich vor der bzw. zu Beginn der Pandemie längere Zeit in der Vermarktung befanden, finden aktuell eher einen Käufer, wenn ein derartiger Außenbereich vorhanden ist.


Quelle: IVD Süd








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