Nachfrage in den Umland-Kreisstädten ungebrochen hoch – von Kaufinteressenten erhoffter preisdämpfender Effekt durch Pandemie bleibt zumeist aus.

Das Marktforschungsinstitut des IVD Süd e.V. hat am 15. Dezember 2021 den traditionellen RegionalReport für den Wohnimmobilienmarkt im Münchner Umland vorgelegt und die aktuelle Marktlage in den Landkreisen Freising, Erding, Ebersberg, München, Starnberg, Fürstenfeldbruck, Dachau und Bad Tölz-Wolfratshausen analysiert.

„Im Halbjahresvergleich Frühjahr zu Herbst 2021 stieg das Preisniveau in den Kreisstädten des Münchner Umlands weiterhin zum Teil deutlich an – allen voran im Kaufsegment,“ erklärt Prof. Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts. „Der enorme Nachfragedruck konnte durch die Corona-Pandemie zu keiner Zeit gebremst werden.“

In der aktuellen IVD-Herbsterhebung zeigte das Preisniveau am Kaufmarkt im Vergleich zu Frühjahr 2021 weiterhin deutlich nach oben. Die durchschnittlichen Kaufpreise für freistehende Einfamilienhäuser haben inzwischen in fast allen untersuchten Kreisstädten die 1 Mio. €-Marke erreicht bzw. überschritten. Lediglich in Fürstenfeldbruck mussten Käufer im Herbst 2021 mit im Schnitt 941.000 € etwas weniger bezahlen, jedoch lagen hier die Preiszuwächse gegenüber Frühjahr 2021 mit einem Plus von 4,4 % am höchsten. In Starnberg, der mit Abstand teuersten Kreisstadt im Münchner Umland, stieg das Preisniveau im Halbjahresvergleich um +4,1 % auf nunmehr 1,91 Mio. € an. In den übrigen Kreisstädten lag das Plus im Untersuchungszeitraum zwischen 0,5 % in Freising und 3,5 % in Ebersberg. Zum Vergleich: In der Landeshauptstadt München mussten im Herbst 2021 durchschnittlich 2,1 Mio. € für ein freistehendes Einfamilienhaus aufgebracht werden (+5,0 %).*

Auch im Segment der Eigentumswohnungen aus dem Bestand stieg das Preisniveau in allen untersuchten Kreisstädten im Halbjahresvergleich Frühjahr zu Herbst 2021 an. Pro Quadratmeter mussten Käufer im Schnitt zwischen 4.710 € in Freising und 6.490 € in Starnberg bezahlen. Die im letzten halben Jahr mit Abstand deutlichsten Preiszuwächse wurden in Fürstenfeldbruck mit +9,0 % gemessen, gefolgt von Erding und Ebersberg mit +3,9 % bzw. +3,1 %. In der Landeshauptstadt München lag der Kaufpreis für Bestandswohnung im Herbst 2021 bei 9.000 €/m² (+10,4 %).

Für gewöhnlich etwas verhaltener ist die Entwicklung am Mietmarkt. Während das Kaufpreisniveau für Bestandswohnungen in den vergangenen fünf Jahren (Herbst 2016 zu Herbst 2021) im Durchschnitt der untersuchten Kreisstädte um +52 % anwuchs, stieg das Mietpreisniveau für Bestandswohnungen um +18 %. Die Schere zwischen Kauf- und Mietpreisen ging in den letzten Jahren immer weiter auseinander.

Im Herbst 2021 lagen die Mieten für Bestandswohnungen in den untersuchten Umland-Kreisstädten im Schnitt zwischen 12,80 €/m² in Ebersberg und 17,90 €/m² in Starnberg. Gegenüber Frühjahr 2021 war das Preisniveau konstant bis moderat ansteigend, in der Spitze mit einem Plus von 1,4 % in Fürstenfeldbruck.

Quelle: IVD

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